Am heutigen Tag jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zum 81. Mal. Dazu haben wir am ehemaligen Südbahnhof Dortmunds den Opfern des Nazi-Regimes gedacht. Wie kein anderes Konzentrationslager steht Auschwitz stellvertretend für all die Grausamkeiten, den Terror und den Tod des Holocausts. Der Lagerkomplex, der sowohl als Vernichtungs- als auch Konzentrationslager diente bestand aus Drei verschiedenen Lagern und 47 Außenlagern. Zwischen 1940 und 1945 wurden in dem vom Deutschen Reich annektierten Teil von Polen circa 1,5 Millionen Menschen ermordet, etwa 90%
davon waren Juden.
Als die Rote Armee im Winter 1945 auf dem Vormarsch war und Europa stückweise vom Faschismus befreite, versuchten die Nazis den Lagerkomplex zu Räumen. So wurden vor der Befreiung des Konzentrationslagers knapp 58 000 Gefangene aus Auschwitz in den Tod getrieben. Am 18. Januar 1945 begannen die sogenannten Todesmärsche in Richtung der Eisenbahnknotenpunkte Gleiwitz und Loslau. Währenddessen versuchte die SS ihre Taten zu verwischen – sie vernichteten zahlreiche Dokumente und sprengte Gebäude, die dem industriellen Massenmord als Beweismittel dienen konnten. In
Birkenau wurden noch in der Nacht zum 26. Januar Gebäude gesprengt. Einen Tag später, am 27. Januar 1945, befreiten die sowjetischen Truppen einer ukrainischen Infanteriedivision die verbliebenden und marschunfähigen Häftlinge. Von den etwa 7000 überlebenden, verstarben etwa 800 Personen aufgrund der grausamen Haftbedingungen.
Der ehemalige Südbahnhof in Dortmund war der zentrale Deportationsbahnhof für die gesamte Region und stellt damit eine bedeutende Rolle für das regionale Räderwerk des
Holocausts dar. Von hier aus wurden etwa 2000 Jüdinnen, Sintizze und Romnja in Konzentrationslager wie Theresienstadt, Ausschwitz und Riga deportiert. Auch etwa 200 Kinder und Jugendliche wurden von hier aus in den Tod geschickt. Der Erinnerung an diesen grausamen Ort dient eine unscheinbare Gedenktafel. Wir haben sie mit gereinigt, um auf das Leid des Holocaust und des Faschismus aufmerksam zu machen. Heute sehen wir unser Leben erneut von Faschistischen Bewegungen bedroht. Auf der ganzen Welt erleben Autoritäre Regime, Kriege und Genozide ein neues Hoch. Das Gedenken an das, was war ist für uns als Antifaschistinnen unabdingbar. Es erinnert uns daran stets für unsere Mitmenschen zu kämpfen und jeder Gefahr der Wiederholung entgegenzuwirken.
